Berichte
29.04.2010, 15:29 Uhr
CDU: Birkhahn im Gespräch mit Landwirten
„Ich bin hier, um zu erfahren, wo den Ostbeverner Landwirten der Schuh drückt und um Ihre Anregungen nach Düsseldorf weiterzuleiten. Denn im Gegensatz zur rot-grünen Vorgängerregierung setzt die CDU nicht auf Konfrontation, sondern auf Dialog und Beteiligung mit den Bauern“, stellte die CDU-Landtagskandidatin Astrid Birkhahn gleich zu Beginn der Gesprächsrunde klar. Gut 40 Landwirte und landwirtschaftlich interessierte Bürger waren am vergangenen Montag der Einladung des CDU-Gemeindeverbandes Ostbevern in die Gaststätte Mersbäumer gefolgt, um mit der Politikerin über aktuelle agrarpolitische Themen zu diskutieren.
Foto: Georg Niehoff-Feldmann, Astrid Birkhahn, Rainer Stadtmann, Dorothe Hüttemann, Matthias Fiege, Mathilde Breuer
Ganz oben auf der Tagesordnung stand das Thema Erhalt und Sanierung der Wirtschaftswege. Immerhin verfügt Ostbevern über insgesamt 140 km ländliches Wegenetz, das nicht nur von den Landwirten, sondern auch von den übrigen Bürgern und für den Fremdenverkehr genutzt wird. „Es kann daher nicht sein, dass man die Lasten der Wegesanierung allein den Landwirten aufbürdet“, stellte Ortslandwirt Heiner Stadtmann klar. Die Anwesenden appellierten an die anwesenden Politiker, zu klären, ob die Gründung eines „Zweckverbandes Wirtschaftswege“ möglich sei, um die Kosten gleichmäßig auf alle Schultern zu verteilen. Zuvor müsse aber geklärt werden, ob nicht auch aus Brüssel Gelder zu diesem Zweck abgerufen werden können.

Heiß diskutiert wurde unter der Regie von Moderator Georg Niehoff-Feldmann auch das Thema Biogas-Förderung. Denn das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat in den letzten Jahren zu einem wahren Boom in der Biogas-Branche geführt. Und mit jeder neu gebauten Anlage wächst die Konkurrenz zwischen Schweine- bzw. Rinderhaltern und den Betreibern von Biogas-Anlagen um die immer knapper werdenden Mais-Anbauflächen. Das treibt die Pachtpeise in Schwindel erregende Höhen, gerade in viehstarken Regionen wie dem Kreis Warendorf. Inzwischen lockt die gute Rentabilität sogar außerlandwirtschaftliches Kapital an. Man war sich daher einig, dass das EEG dringend angepasst werden müsse, damit den für die Region so wichtigen Veredlungsbetrieben nicht die Existenzgrundlage geraubt wird. Die Einspeisevergütung für Biogas-Strom muss dringend nach unten korrigiert werden!

In diesem Zusammenhang wurden auch die Perspektiven für Hofnachfolger angesprochen. „Denn wenn der Pachtmarkt abgegrast ist, fehlen den wachstumswilligen Betrieben die Expansionsmöglichkeiten, um den Hofnachfolgern den Einstieg in den elterlichen Betrieb zu ermöglichen“, gab Landjugend-Bezirksvorsitzende Eva-Maria Meckmann zu bedenken. Denn letztlich ist entscheidet die Rentabilität darüber, ob der Betrieb zwei Generationen ernähren kann.

Die zahlreich anwesenden Schweinehalter machten Frau Birkhahn darauf aufmerksam, dass auch im Kreis Warendorf in der Bevölkerung der Widerstand gegen neue Stallbauten wächst. Sie baten die Politikerin, sich für klare, einheitliche Regelungen bei Bau-Genehmigungsverfahren einzusetzen. Bauwilligen Landwirten dürften nicht ständig neue, genehmigungsrelevante Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.

Zum Abschluss des rund zweistündigen Gedankenaustausches wurde der brutale Absturz der Milchpreise und die 2015 auslaufende Milchmengenregelung thematisiert.  Die anwesenden Milcherzeuger diskutierten mit der CDU-Politikerin, wie Milcherzeuger und Molkereien künftig flexibler auf Marktschwankungen reagieren können – freilich ohne ein Patentrezept in der Tasche zu haben.


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