Aroma-Tomaten aus dem Münsterland
„Tomaten und Gurken sind meine Passion. Ich kann mir keinen schöneren Job vorstellen“, schwärmte Gemüsegärtner Hubert Schräder aus Greven. Und so engagiert und kompetent, wie er den Besuchern der Senioren Union Ostbevern die Abläufe in seinem hochmodernen Gemüsebaubetrieb erklärte, wurde deutlich, dass er genau den richtigen Beruf gewählt hat.
Tomatenexperte Hubert Schräder erklärt den Besuchern der Senioren Union Ostbevern die Arbeitsabläufe in seinem Gewächshaus.Schräder führt den Familienbetrieb bereits in der achten Generation. Vor zehn Jahren zog das ursprünglich in Münster ansässige Unternehmen wegen mangelnder Expansionsmöglichkeiten an den Stadtrand von Greven. An der Schmedehausener Straße baute die Familie ein 15.000 m2 großes Hightech-Gewächshaus – das entspricht zwei Fußballfeldern! Für die Standortwahl waren zwei Biogasanlagen in direkter Nachbarschaft entscheidend. Denn Tomaten und Gurken brauchen viel Wärme. Und die fällt beim Verbrennen des Biogases zur Stromerzeugung reichlich an.
Das Gewächshaus ist in drei Abteile untergliedert. Hier werden unterschiedliche Tomaten- und Gurkensorten angebaut. „Bei der Sortenwahl ist uns Klasse und ein guter Geschmack wichtiger als Masse“, betont der Unternehmer. Auch wenn der Ertrag dadurch geringer ausfällt.
Den Anbau hat Schräder nach niederländischem Vorbild perfektioniert. Die Pflanzen wurzeln nicht in Erde, sondern in flachen Folienschläuchen. Gefüllt sind sie mit wasserspeichernden Perlitekügelchen. Über eine Tröpfchenbewässerung werden computergesteuert Wasser und Nährstoffe zugeführt. Der pH-Wert und die Leitfähigkeit der Nährlösung werden ständig überwacht. Ebenso die Luftfeuchte und der CO2-Gehalt der Gewächshausluft. Denn alles beeinflusst Wachstum und Reifung der Früchte.
Auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet Schräder möglichst. Gegen tierische Schädlinge wie die Weiße Fliege setzt er dagegen auf natürliche Feinde wie Wanzen und Raubmilben. Und gegen Mehltaupilze vertraut er auf resistente Gemüsesorten. Das für die Fruchtbildung nötige Bestäuben der Tomatenblüten übernehmen Hummeln, die der Unternehmer regelmäßig zukauft und aussetzt. Alle vierzehn Tage ein Volk je Abteil.
Zweimal pro Woche wird geerntet, alles in Handarbeit. Während der Saison arbeiten bis zu 13 Arbeitskräfte im Gewächshaus und an den beiden Verpackungsstraßen. Familie Schräder vermarktet ihre Früchte über eine Genossenschaft. In Pappschalen portioniert und in Lochfolie verschweißt gelangt die Ware in die Gemüseregale regionaler EDEKA- und REWE-Supermärkte sowie zu Discountern wie LIDL und ALDI. Ein kleiner Teil wird allerdings im Ladenlokal am Hof direkt vermarktet. „Denn der Kontakt zu unseren Kunden und deren Rückmeldung zu Geschmack und Qualität unserer Früchte sind uns wichtig“, betont der engagierte Gemüseanbauer.